Es war im Prinzip dieselbe Trainingsrunde wie am Vortag. Weil ich die Fahrt vom 9. August schon als langsam empfunden hatte, wollte ich es diesmal besser machen. Mit Rückenwind begann die Tour entsprechend schnell – zeitweise sah es sogar nach einer Rekordzeit aus. Die erste Steigung funktionierte noch vergleichsweise gut.
An der zweiten Steigung änderte sich alles. Bei 36 bis 37 Grad und starkem Gegenwind stieg mein Puls immer weiter an und beruhigte sich kaum noch. Fünfmal musste ich anhalten, bevor ich die bekannte Steigung endlich hinter mir hatte. Eine Passage, die normalerweise ohne größere Probleme funktioniert, wurde plötzlich zur Grenzerfahrung.
Auch körperlich hinterließ die Hitze deutliche Spuren. Schon ab der ersten Steigung schmerzten die Füße, später spannten die Oberschenkel stark. Auf dem Rückweg ging es nur noch darum, Kraft zu sparen und irgendwie nach Hause zu kommen. Zwei weitere Erholungspausen waren nötig, bevor die Runde beendet war.
Mental war die Tour besonders schwer. Nicht nur die Leistung brach ein – auch der Puls wollte trotz der Pausen nicht richtig sinken. Ausgerechnet auf einer vertrauten Strecke kaum noch voranzukommen, machte deutlich, wie stark Hitze und Gegenwind den Körper an diesem Tag belasteten.
Der angenehmste Moment war ausgerechnet eine kleine Pause an einem Brombeerstrauch. Die Beeren waren durch die Hitze klein und teilweise vertrocknet, aber zuckersüß. Nach dem warmen Wasser war dieser andere Geschmack für einen Moment genau das Richtige.
Am Ende standen 36,83 Kilometer, fünf notwendige Pausen und die Erkenntnis, dass selbst eine bekannte Trainingsrunde unter extremen Bedingungen völlig anders verlaufen kann. Schnell war an diesem Tag irgendwann bedeutungslos. Entscheidend war, auf den Körper zu hören und trotzdem aus eigener Kraft nach Hause zu kommen.