Beim Campingwochenende in Würzburg hatte ich mir mit Andreas, einem leidenschaftlichen Transcontinental-Teilnehmer, eine Runde im Radreisetempo vorgenommen. Gleich am Anfang wartete laut Komoot die steilste Straße in Würzburg. Einfach hochkommen und anschließend die Tour in Ruhe fahren – das war der Plan.


Ich wollte den Anstieg in einem Stück im dritten Gang fahren. Daraus wurde nichts. Zweimal musste ich anhalten, weil die Pumpe ging und ich ordentlich verschnaufen musste. Das hat mich geärgert. Andreas hatte sich die Steigung angeschaut und gleich geschoben. Für mich hieß es: Gib doch nicht auf. Weiterfahren. Bei 23 Prozent wieder anzufahren, ist allerdings auch eine Challenge. Oben war ich froh, dass ich nicht geschoben hatte. Aber ich schiebe ja eigentlich auch nie.

Danach fand ich mein Radreisetempo. Trainingstempo war nicht drin, aber das hatte ich mir auch nicht vorgenommen. Unbekannte Strecken fahre ich nicht am Limit. Regel Nummer eins. Man weiß schließlich nicht, was noch kommt und wie steil die nächsten Anstiege werden.

Dann hatte es bei einer Baustelle jemand besonders gut gemeint: komplett gesperrt. Statt durch die Baustelle ging es von der Brücke über eine Behelfstreppe mehrere Stockwerke nach unten. Wir mussten die Räder heruntertragen. Endlich wieder unten, war auch die Nebenstraße zurück zur Straße komplett abgesperrt. Also irrten wir durch den Ort, standen immer wieder vor Sackgassen und fanden irgendwann eine Umfahrung bis zum Ende der Baustelle. Für den Schnitt war das natürlich auch nicht positiv.

Nach 40 Kilometern war ich richtig eingerollt. Mit dem Tempo hätte ich viel länger fahren können. Andreas hatte mich unterwegs häufig abgehängt, auf der Ebene genauso wie bergauf. Das ärgert mich nicht. Es geht um mich. Ich muss die Strecke fahren, und ich weiß, was Andreas kann. Andreas trainiert seit fünf Jahren, ich seit fünf Wochen. Da brauche ich keinen Jagdtrieb zu entwickeln.

Die Beine waren hinterher schwer, Schmerzen hatte ich keine. Wir waren beim Campingwochenende und sind Rad gefahren. Passt alles.
Jetzt erst einmal das Bier genießen, dann duschen und Sightseeing.